HEROISCHER HUMPHRIES HOLT SICH DEN WORLD GRAND PRIX-TITEL ZURÜCK
Luke Humphries gelang eines der größten Comebacks in der Geschichte des World Grand Prix, als er am Sonntag in einem epischen Finale Gerwyn Price mit 6:4 besiegte.

Humphries trotzte einer furiosen Anfangsphase von Price und feierte in der Mattioli Arena in Leicester seinen Double-In zweiten Titel - er drehte einen 0:3-Rückstand und sicherte sich damit die Siegprämie von 150.000 Pfund.
Der 31-Jährige hatte Price bereits im Finale 2023 geschlagen und dann seinen ersten großen TV-Titel gewonnen, nun kehrte er mit einer brillanten Leistung auf die Siegerstraße zurück.
"Ich brauchte das, um etwas Selbstvertrauen zu tanken", betonte Humphries, der bereits Geschichte geschrieben hatte, weil er als erster Spieler in vier aufeinanderfolgenden World-Grand-Prix-Finals stand.
"Die letzten 15 oder 18 Monate waren hart für mich, da ich so viele Major Finale verloren habe.
"Ich hatte das Gefühl, heute Abend nicht viel entgegenzusetzen zu haben. Ich wollte einfach nicht mit 0:6 verlieren und den Fans etwas bieten, worüber sie sich freuen können - und plötzlich führte ich mit 4:3.
Gezzy war in den ersten drei Legs fantastisch, wirklich unglaublich.
Er wird bald einen Major Titel gewinnen. Das steht für ihn in den Sterne, es ist nicht möglich, dass er dauernd so gut spielt und nicht gewinnt."

Mit seinem zweiten Triumph beim World Grand Prix beendet Humphries zudem eine Serie von vier Niederlagen bei Fernsehen übertragenen Ranglisten-Finalen, die bis zum Winmau World Masters im vergangenen Februar zurückreichte.
Die Nummer zwei der Welt hatte sich im Turnierverlauf bereits gegen Dave Chisnall, Jermaine Wattimena, Niels Zonneveld und James Wade durchgesetzt, bevor ihm das wundersame Comeback gegen den Waliser gelang.
"Ich bin einfach froh, wieder einen Titel geholt zu haben", fuhr Humphries fort, der sich nun in die Riege der mehrfachen World Grand Prix-Sieger wie Phil Taylor, Michael van Gerwen und James Wade einreiht.
"Diese Niederlagenserie in Major-Finals hinter mir zu lassen, fühlt sich wirklich besonders an - das bedeutet mir alles.
Als ich 0:3 hinten lag habe ich unglaublich hart gearbeitet und viel Kampfgeist und Entschlossenheit gezeigt. Solche Siege sind noch schöner als die, die man problemlos holt.
Ich freue mich darauf, die Trophäe mit nach Hause zu meinem Sohn zu nehme, der kann endlich sehen kann, wie sein Papa eine weitere Trophäe gewinnt - und zwar nicht nur die für den Zweitplatzierten!"

Auch wenn er den zweiten World Grand Prix Titel knapp verpasste, zeigte Price die ganze Woche über großartige Leistungen und stand in seinem dritten großen TV-Finale in Folge.
Der Sieger von 2020 besiegte Sebastian Bialecki, Ross Smith, Jonny Clayton und Nathan Aspinall und zog so in das Finale am Sonntag ein - seinen vierten Auftritt im Finale des Double-In Turniers.
"Es ist bitter, wieder verloren zu haben - einerseits macht es mir nichts aus, andererseits ärgert es mich doch", scherzte Price, der in diesem Jahr auch beim World Matchplay und bei den World Series of Darts Finals im Finale verloren hat.
"Luke hat in der Mitte der Partie brillant gespielt, aber ich habe dennoch zu viele Chancen vergeben, ihn etwas unter Druck zu setzen.
Ich habe zu viele Chancen ausgelassen. Ich fand, es war ein fantastisches Spiel; ich denke, ich habe brillant gespielt und Luke hat brillant gespielt."
Price war in der Anfangsphase der Partie unbezwingbar - er gewann drei Legs in Folge mit 12, 10 und 12 Darts und spielte dabei einen im ersten Set einen Durchschnitt von 132,62 - den höchsten Set Durchschnitt in der Geschichte des World Grand Prix.
Der 41-Jährige setzte seinen rasanten Start mit Checkouts von 101 und 82 Punkten fort und baute seinen Vorsprung aus, ehe ihn ein souveränes 91 Zwei-Dart Finish die beherrschende 3:0-Führung einbrachte.
Humphries meldete sich dann aber im wichtigen vierten Set mit einem nervenstarken 105 Checkout zum Set Gewinn zurück, während Price bereits auf 40 Punkten Rest wartete, um auf 4:0 zu erhöhen.
Davor hatte der Weltmeister von 2023/24 bereits wichtige Checkouts von 100 und 90 Punkten geworfen und mit einer bemerkenswerten Aufholjagd holte er anschließend neun der nächsten dreizehn Legs und führte 4:3.
Price gab nicht nach und bestrafte Humphries für dessen vergebene Chancen zu Beginn des achten Sets und konnte zum 4:4 ausgleichen - doch das Momentum wechselte erneut.
Der Waliser erzielte ein wichtiges 92er-Finish und ging im neunten Set mit 2:1 in Führung, doch nachdem er zwei Darts zur 5:4-Führung vergeben hatte, wurde er gnadenlos bestraft.
Humphries gelang ein spektakuläres Break in zehn Darts, mit dem er sich das neunten Set mit einem Durchschnitt von 107 sicherte, bevor er das zehnten Set mit einem majestätischen 11-Darter für sich entschied und damit ein herausragendes Comeback krönte.
| Gerwyn Price | 4:6 | Luke Humphries | (3:0, 3:1, 3:2, 2:3, 1:3, 2:3, 1:3, 3:0, 2:3, 0:3 ) |
Statistik Finale
| Ave | 180s | Doubles Out | Player | v | Player | Ave | 180s | Doubles Out |
| 95.37 | 10 | 20/45 | Price | 4:6 | Humphries | 93.16 | 10 | 21/42 |