INSPIRIERTER ASPINALL STÜRMT IN DIE HALBFINALE DES WORLD GRAND PRIX
Nathan Aspinall zeigte am Freitag eine der besten Vorstellungen in der Geschichte des World Grand Prix und stürmte in die Halbfinale, auch die ehemaligen Champions Luke Humphries, Gerwyn Price und James Wade kamen in Leicester weiter.

Aspinall lieferte am fünften Turniertag mit dem viertbesten Durchschnitt in der Geschichte des Turniers eine meisterliche Vorstellung ab und feierte in den Viertelfinalen einen sensationellen 3:0-Sieg über Ryan Joyce.
Der Finalist von 2022 spielte einen Durchschnitt von 105,15 - der höchste Wert in einem Best of Five Sets Match bei diesem Double-In Turnier - und setzte damit in den East Midlands seine Jagd auf seinen dritten im Fernsehen übertragenen Ranglistentitel fort.
Aspinall war gnadenlos gegen den Mann mit dem Spitznamen "Der Gnadenlose" - er stürmte mit nur 42 Darts zum Gewinn des ersten Sets und baute seine Führung anschließend mit einem beeindruckenden Durchschnitt von 109,78 und sauberen Checkouts von 110 und 112 Punkten auf 2:0 aus.
Im dritten Set schaute es schon aus, als könne Joyce mit einer Aufholjagd seinen Rückstand verkürzen zu verkürzen, aber der Star aus Stockport konnte das Match mit einem starken Endspurt und Legs von 13 und 14 Darts beenden.
"Ich bin total aufgekratzt", betonte der ehemalige Sieger der UK Open und des World Matchplay.
"Ich habe mich heute Abend so entspannt und fokussiert gefühlt. Mein Start in die Legs war unglaublich; die Anzahl der 152 Aufnahmen, die ich in den ersten beiden Sets gespielt habe, war der verrückt.
Ich bin wirklich zufrieden mit dieser Leistung. Das war wahrscheinlich eine der besten Vorstellungen meiner gesamten Karriere."
Ich bin diese Woche viel gelassener. Ich habe das Gefühl, dass ich dieses Turnier gewinnen kann, und ich fühle mich bereit, wieder einen Major-Titel zu holen."

Im Halbfinale trifft Aspinall nun auf Price - eine Neuauflage ihres Duells in den Halbfinalen vor vier Jahren -, nachdem der Waliser einen 0:2-Rückstand gedreht und seinen Landsmann Jonny Clayton noch besiegt hatte.
Clayton spielte Checkouts von 110, 117 und 98 Punkten und verschaffte sich so einen zwei Set Vorsprung gegen einen zunächst schwächelnden Price, ehe der Champion von 2020 auf spektakuläre Weise zurückkam.
Price holte sich das mörderische dritten Set einen Durchschnitt von 107, gewann das vierten Set ohne ein Leg abzugeben und glich aus, aber Clayton übernahm im entscheidenden fünften Set wieder die Kontrolle und ging mit 2:0 in Führung.
Im dritten Leg vergab er einen Matchdart auf die Doppel und im dramatischen Set auch zwei weitere Chancen, Price bestrafte ihn dafür und schnappte sich den Sieg.
"Natürlich fühle ich mit Jonny", sagte Price, der im Vorjahr in derselben Turnierphase eine Zwei-Set-Führung gegen Luke Littler verspielt hatte.
"Ich weiß, wie es ist, hier in Führung zu liegen und dann doch zu verlieren. Aber ich hatte das Gefühl, über das gesamte Spiel hinweg der bessere Spieler zu sein, und hatte ziemliches Pech, mit 0:2 in Rückstand zu geraten.
Ich hatte das Gefühl, Jonny einige Chancen geschenkt zu haben, aber so läuft es im Dart manchmal - ich musste einfach dranbleiben.
Ich bin in guter Form. Ich dachte schon, ich wäre erledigt, aber ich gebe nie auf und in zwei Sätzen dieses Spiels war ich praktisch unschlagbar."

Humphries und Wade treffen im zweiten Halbfinale am Samstag aufeinander, nachdem sie sich jeweils souverän und ohne Set Verlust gegen das niederländische Duo Niels Zonneveld und Gian van Veen durchgesetzt haben.
Humphries, der Sieger von 2023, hat im diesjährigen Turnier noch kein einziges Set abgegeben - nach zu Null Siegen gegen Dave Chisnall und Jermaine Wattimena folgte nun ein weiterer klarer Erfolg gegen Zonneveld.
Beide Spieler hatten den gleichen Durchschnitt, aber Humphries' Nervenstärke auf die Doppel machte den Unterschied und er zog in Leicester zum vierten Mal in Folge ins Halbfinale ein.
"Es ist eine dieser Leistungen, von denen man nicht begeistert ist, aber trotzdem 3:0 gewinnt", erklärte ein ehrlicher Humphries, 2024 und 2025 im Finale stand.
"Hoffentlich ist es morgen deutlich besser, denn wenn es nicht so ist, werde ich am Sonntag nicht mehr dabei sein.
Im Training fühle ich mich wirklich gut; es hat sich diese Woche nur noch nicht im Wettkampf gezeigt. Gegen James weiß ich, dass ich abliefern muss - es wird eine harte Aufgabe.
Vier World Grand Prix Finale in Folge zu erreichen, wäre etwas ganz Besonderes. Nur wenigen Spieler gelingt das, und James weiß sicher auch, dass ihm ein schweres Spiel bevorsteht."

Zuvor hatte Wade die niederländische Nummer eins, Van Veen, vernichtend geschlagen - er gewann acht Legs in Folge und zog in sein erstes World Grand Prix Halbfinale seit 2014 ein.
Van Veen hatte erst im vorletzten Leg des Spiels die Chance auf einen auf ein Doppel zum Leggewinn, während ein gnadenloser Wade einen Durchschnitt von über 96 spielte und seine Titelambitionen aufrechterhielt.
"Ich habe mich allem heute Abend mehr gewachsen gefühlt", gab Wade zu, der den Titel bereits 2007 und 2010 gewonnen hatte.
"Ich hatte großes Glück, dass Gian nicht zu seiner Leistung fand, und das habe ich ausgenutzt.
Als ich am vergangenen Wochenende gegen Gezzy [Price] verlor, war ich müde und träge, aber wenn ich in letzter Zeit richtig bei der Sache war, lief es ganz gut.
In den letzten zwei Monaten fühle ich mich anders. Das letzte Mal, dass ich mich so gefühlt habe, war wahrscheinlich 2008 oder 2009."
Die Halbfinalspiele des World Grand Prix 2026 finden im Rahmen einer Abendsession am Samstag in der Mattioli Arena statt; die Übertragung beginnt um 20:00 Uhr BST.
| Nathan Aspinall | 3:0 | Ryan Joyce | (3:0, 3:2, 3:2) |
| Gerwyn Price | 3:2 | Jonny Clayton | (2:3, 1:3, 3:1, 3:0, 3:2) |
| Gian van Veen | 0:3 | James Wade | (0:3, 0:3, 1:3) |
| Luke Humphries | 3:0 | Niels Zonneveld | (3:1, 3:2, 3:1) |
Statistik
| Ave | 180s | Doubles Out | Player | v | Player | Ave | 180s | Doubles Out |
| 105.15 | 7 | 9/19 | Aspinall | 3:0 | Joyce | 86.36 | 1 | 4/11 |
| 91.93 | 6 | 12/31 | Price | 3:2 | Clayton | 83.00 | 5 | 9/23 |
| 81.56 | 2 | 1/4 | v.Veen | 0:3 | Wade | 96.71 | 4 | 9/15 |
| 85.91 | 4 | 9/27 | Humphries | 3:0 | Zonneveld | 85.91 | 5 | 4/19 |