Littler wirft Neun-Darter und gewinnt Krimi gegen Aspinall
Auf dem Weg zu seinem 11:8-Sieg über Nathan Aspinall spielte Luke Littler ein perfektes Leg - in einer der großartigsten Partien in der Geschichte des World Matchplay.

Littler hatte dabei einen Durchschnitt von 113,68 - den zweithöchsten Durchschnitt in der 32-jährigen Geschichte des World Matchplay -, bei seinem Sieg über den Champion von 2023 Aspinall, und warf gleich im ersten Leg das perfekte Leg.
Nachdem er mit nur neun Darts mit 1:0 in Führung gegangen war, stand Littler nur vier Legs später kurz vor einem zweiten perfekten Leg, verfehlte jedoch knapp die Doppel 15 und damit einen historischen zweiten Neun-Darter.
Trotz Littlers brillanter Leistung zeigte Aspinall eine außergewöhnliche kämpferische Vorstellung und glich zum 7:7 aus, obwohl sein Durchschnitt 12 Punkte unter dem des Titelverteidigers lag.
Die Nummer eins der Welt gewann anschließend drei Legs in Folge, vergab dann aber beim Stand von 10:7 einen Matchdart, worauf sich Aspinall mit einem magischen 170 Checkout im Spiel hielt. Aber Littler gewann das nächste Leg und entschied die historische Partie für sich.
"Es war ein tolles Gefühl. Das war wahrscheinlich das beste Spiel, das Nathan und ich je gegeneinander bestritten haben", erklärte Littler, dem bereits beim Aufeinandertreffen mit Aspinall bei den Bahrain Darts Masters 2024 im ersten Leg ein Neun-Darter gelungen war.
"Ich habe die Durchschnitte gesehen: 113 bei mir, 101 bei Nathan. Ich hätte gedacht, Nathans Average wäre etwas höher! Als ich die Doppel-fünf [zum Sieg] verpasste, war mir klar, dass er die 170 treffen würde.
Beim Einspielen hinter der Bühne lief es ganz ordentlich. Aber der Neun-Darter ist einfach so passiert!
Ich bin einfach froh, Teil eines so großartigen Spiels gewesen zu sein."
Littler hatte in der über 19 Legs gehenden Partie nur sechs Aufnahmen ohne Triple-Treffer und warf 14 Maxima. Die insgesamt 22 Maxima in diesem Spiel sind einen neuer Rekord für ein Last 16 Match beim World Matchplay.
Der Titelverteidiger hatte bereits bei seinem Sieg in der ersten Runde gegen Niko Springer einen Durchschnitt von über 109 und hofft jetzt, als erst vierter Spieler überhaupt die Phil-Taylor-Trophy erfolgreich zu verteidigen.
"Das waren zwei unglaubliche Vorstellungen von mir", fügte Littler hinzu, als nächstes auf Josh Rock treffen wird - eine Neuauflage ihres bemerkenswerten Viertelfinal Duells vom letzten Jahr.
"Niko [Springer] blieb mir bis zur zweiten Pause dicht auf den Fersen, und Nathan gibt niemals auf; er ist wahrscheinlich der Spieler auf der Tour, der das am besten beherrscht.
Du kannst nie sagen, dass es schon vorbei ist; man spielt gegen Nathan Aspinall, einen der Spieler, die am besten zurückkommen können.
Man kann die Trophäe niemandem schon in der ersten Runde in die Hand drücken und auch nicht in der zweiten.
Das war ein echter Härtetest, und jetzt kann ich nach vorne schauen.

Littler trifft am Donnerstagabend auf Rock, nachdem sich die nordirische Nummer eins mit 11:6 gegen einen schwächelnden Stephen Bunting durchgesetzt hatte.
Nach einem langsamen Start gelang Rock ein 106er-Checkout zur 6:3-Führung; anschließend drehte er auf und entschied die Partie relativ souverän für sich, wobei er im letzten Leg ein großartiges 140 Checkout spielte.
"Das war wahrscheinlich eines der härtesten Spiele meines Lebens", sagte ein emotionaler Rock, der zum zweiten Mal in Folge ins Viertelfinale einzog.
"Stephen ist einer meiner besten Freunde auf der Tour, und ich musste meine Einstellung ändern.
Ich musste etwas verändern und versuchen, dieses Spiel zu überstehen. Es war wirklich sehr schwer.
Gegen Luke [Littler] werde ich alles geben, weil ich hier bin, um diesen Titel zu gewinnen."

Dirk van Duijvenbode schaltete in einem packenden Spiel Michael van Gerwen im Tie-Break mit 14:12 aus.
Als van Duijvenbode 8:4-führte, musste er dem Druck des dreifachen World Matchplay Champions standhalten, der auf einen 11-Darter ein 148 Finish folgen ließ und bis auf ein Leg heranzukam.
Obwohl das Spiel ins Tie-Break ging, gelang Van Duijvenbode mit einem 11-Darter ein Break zur 13:12-Führung, bevor alles klar machte und damit erst zum zweiten Mal in seiner Karriere ins Viertelfinale einzog.
"Am Ende zählt nur, dass man es über die Ziellinie bringt", gab Van Duijvenbode zu, der nach seinem 13:11-Sieg gegen Chris Dobey in der ersten Runde nun seinen zweiten Tie-Break-Sieg in Folge feierte.
"Michael kam zurück ins Spiel, weil ich anfing zu zittern. Ich hatte Angst, wie ein kleines Kind, das nach seiner Mutter weint und ich bin einfach froh, dass ich gewonnen habe."
Im Viertelfinale trifft Van Duijvenbode auf Gary Anderson und hofft, in den Winter Gardens erstmals in seiner Karriere ins Halbfinale einzuziehen.
"Ich liebe es gegen Gary zu spielen", fuhr Van Duijvenbode fort.
"Ich mag ihn einfach. Manchmal ist er zu stark, aber manchmal schlage ich ihn auch!
Meistens liefern wir uns großartige Duelle, und ich freue mich darauf."

Anderson setzte sich unterdessen mit 11:7 gegen seinen Darts-Kollegen und Routinier Jonny Clayton durch und erreichte damit erstmals seit 2020 wieder die Viertelfinale.
Obwohl Clayton nach einem für ihn typischen 121 Checkout mit 4:1 in Führung gegangen war, sicherte sich Anderson acht der folgenden zehn Legs und verschaffte sich so einen Vorsprung von drei Legs, ehe er die Partie mit einem 12-Darter beendete.
"Ich bin ein großer Fan von Jonny. Er ist ein Gentleman und ein absolut fantastischer Dartspieler", meinte Anderson, nachdem die beiden erstmals seit über einem Jahr wieder aufeinandergetroffen waren.
"Ich hatte erwartet, dass Jonny seine üblichen 180 und 161 wirft-, aber wir haben es dann doch etwas in die Länge gezogen!
Ich mache weiter, aber das beweist eigentlich nur, dass die alten Knaben noch lange nicht am Ende sind."
Die zweite Runde des Betfred World Matchplay wird am Mittwochabend fortgesetzt; dabei kommt es zu einem der Top-Duelle unter den Letzten 16, wenn das niederländische Duo Gian van Veen und Wessel Nijman aufeinandertreffen.
Der schottische Publikumsliebling Cameron Menzies bekommt es mit Ross Smith zu tun und die ehemaligen Weltmeister Gerwyn Price und Rob Cross treten gegeneinander an
Zum Abschluss des Abends trifft James Wade, der Sieger des World Matchplay von 2007, auf den WM-Halbfinalisten Ryan Searle.
Statistik
| Ave | 180s | Doubles | Player | v | Player | Ave | 180s | Doubles |
| 97.72 | 5 | 7/16 | Clayton | 7:11 | Anderson | 98.13 | 7 | 11/25 |
| 99.49 | 4 | 12/30 | v.Gerwen | 12:14 | v.Duijvenbode | 95.93 | 9 | 14/35 |
| 113.68 | 14 | 11/25 | Littler | 11:8 | Aspinall | 101.24 | 8 | 8/19 |
| 91.18 | 6 | 11/32 | Rock | 11:6 | Bunting | 82.90 | 3 | 6/17 |