Unvergleichlicher Price sichert sich in Sindelfingen seinen zehnten European-Tour-Titel
Gerwyn Price powerte sich beim European Darts Grand Prix in Sindelfingen zu seinem zehnten European-Tour-Titel - er schlug Ross Smith mit 8:6.

Price ist damit nach Michael van Gerwen der erst zweite Spieler, der eine zweistellige Titelzahl auf der European Tour erreicht hat. Mit einem Turnier Durchschnitt von 99,87 Punkten triumphierte er am Sonntag im Glaspalast.
Der ehemalige Weltmeister startete mit fünf Maxima bei seinem 6:4 Sieg über Dave Chisnall in das Turnier. Anschließend zeigte er gegen Chris Dobey eine brillante Leistung und gewann mit dem gleichen Ergebnis und einem Durchschnitt von 105,96.
Die walisische Nummer zwei überstand dann im Viertelfinale gegen Martin Schindler einen Matchdart und gewann das Spiel im Entscheidungsleg. Dabei spielte er einen Durchschnitt von über 100. Danach revanchierte er sich für Wessel Nijmans Sieg bei der European Darts Trophy, indem er den Niederländer mit 7:4 besiegte und ins Finale einzog.
Price - der in diesem Jahr bei nur zwei Teilnahmen auf der European Tour zum zweiten Mal im Finale stand - ging mit 3:0 in Führung, bevor Smith vier Legs in Folge holte und die Führung übernahm. Der dreimalige Grand-Slam-Sieger antwortete mit einem 130 Finish in einem 12-Darter, bestrafte Smith für fünf vergebene Darts auf Doppel und übernahm nach einem Leggewinn gegen den Wurf zur 6:5 Führung wieder die Iniative. Obwohl Smith selbst einen 12-Darter zum 7:6 verwandelte, brachte Price das Spiel mit einem 14-Darter-Hold souverän nach Hause und sicherte sich damit seinen bemerkenswerten zehnten European Tour Titel, seinen ersten im Glaspalast.

"Ich bin jetzt seit zwölf Jahren in der PDC, also ist weniger als ein Titel im Schnitt im Jahr nicht gerade viel!", witzelte Price, nachdem er als zweiter Spieler nach Van Gerwen die Marke von zehn European-Tour-Titeln erreicht hatte.
"Ich führte 3:0, lag dann 4:3 hinten, und Ross traf die Triple zum Spaß. Ich kämpfte um den Sieg und hoffte auf weitere Chancen - und die bekam ich auch.
"Zum Glück habe ich dieses Turnier gewonnen, und hoffentlich gibt mir das etwas Selbstvertrauen für die Zukunft. Ich musste einfach kämpfen um den Sieg zu holen. Ich habe das letzte European-Tour-Finale, in dem ich gespielt habe, verloren.
Früher hatte ich nie so viel Unterstützung, aber ich genieße jeden Moment auf der Bühne - es ist großartig für mich, und ich hoffe, es geht noch lange so weiter!"
Smith - vor zwei Jahren Finalist im Glaspalast - scheiterte erneut an der letzten Hürde und muss weiter auf seinen ersten Titel auf der European Tour warten.
Aber der 37-Jährige zeigte in Sindelfingen eine Reihe herausragender Leistungen. Den Anfang machte ein beeindruckender 6:3 Sieg Cameron Menzies, bei dem er sechs Maxima warf und eine Trefferquote von 60 Prozent hatte. Der ehemalige European Champion spielte anschließend gegen Josh Rock einen Durchschnitt von über 98 Punkten und gewann im Entscheidungsleg. Danach bezwang er den Sieger des German Darts Grand Prix, Nathan Aspinall, mit 6:4, obwohl sein Gegner im gesamten Spiel nur einen Dart auf die Doppel vergab. In den Halbfinalen trotzte Smith einem um fünf Punkte höheren Durchschnitt von Krzysztof Ratajski und triumphierte mit 7:5. Damit erreichte er im dritten Jahr in Folge ein European Tour Finale, musste sich dort aber erneut Price geschlagen geben.

"Ich bin mehr als enttäuscht, aber Hut ab vor Gezzy, der Bessere hat gewonnen", räumte er ein. Der wohlwollende Smith, hat alle vier Finale der European Tour, an denen er teilgenommen hat, verloren.
"Es sind of nur Kleinigkeiten. Man spielt gegen die besten Spieler der Welt - wenn man seine Doppel nicht trifft, wird man dafür bestraft.
Das Publikum war einfach fantastisch. Vielen Dank, dass ihr das ganze Wochenende gekommen seid, ihr wart großartig.
Es ist wie es ist. Ich mache einfach mit dem nächsten Spiel weiter."
Ratajski erreichte zum ersten Mal in seiner Karriere zwei Mal in Folge die Halbfinale der European Tour. In vier gewohnt beständigen Spielen am Wochenende bezwang er Michael Hurtz, Mike De Decker, Joe Cullen und Danny Noppert.
Wessel Nijman setzte seinen herausragenden Start ins Jahr 2026 fort und erreichte in nur 13 Teilnahmen sein sechstes ProTour-Halbfinale. Dieser Weg ins vierte Halbfinale begann mit Siegen gegen Ian White und Ryan Searle, wobei er gegen Letzteren einen Durchschnitt von über 104 erzielte.
Der Niederländer schaltete danach das Premier-League-Duo Stephen Bunting und Van Gerwen aus, um ins Halbfinale einzuziehen. Im Viertelfinale triumphierte er zum ersten Mal in seiner Karriere über seinen Landsmann.
Noppert stand nach Siegen gegen Oskar Lukasiak und Niko Springer zum dritten Mal in Folge im Viertelfinale der European Tour, während Aspinall zwar ins Viertelfinale einzog, aber seinen Erfolg von München nicht wiederholen konnte.
Van Gerwen und Schindler komplettierten das Viertelfinale. Schindler konnte unter den Letzten 16 mit 6:1 beeindruckend schlagen und damit zum ersten Mal 2026 auf die European Tour den Final Abend erreichen.
Die PDC Pro Tour-Saison wird mit zwei Players Championship in Milton Keynes am 27. und 28. April fortgesetzt. Die European Tour 2026 macht als nächstes bei den Austrian Darts Open in Graz vom 8. bis 10. Mai Station.