International Darts Open - Bericht Finaltag

HERAUSRAGENDER SMITH GEWINNT IN RIESA ERSTEN EUROPEAN-TOUR-TITEL
Ross Smith sicherte sich am Sonntag seinen allerersten Titel auf der European Tour. Er setzte sich in einem spannenden Finale mit 8:3 gegen Ryan Searle durchsetzte und triumphierte auf dramatische Weise.

An einem denkwürdigen Wochenende in Riesa holte sich Smith seinen neunten PDC Ranking Titel. Er schaltete dabei eine ganze Reihe namhafter Stars aus, sicherte sich das Preisgeld von 35.000 Pfund und bestätigte seinen Platz unter den Top 16 der Welt. Der ehemalige European Champion zeigte das gesamte Wochenende über eine Serie sauberer Vorstellungen, bevor er im hochklassigen Finale Searle bezwang und damit zum siebten unterschiedlichen Sieger der diesjährigen European Tour wurde.

Der Engländer startete mit einem brillanten Zweitrunden-Sieg über Joe Cullen in das Wochenende; er schlug seinen Landsmann mit 6:3 und hatte dabei einen Durchschnitt von über 102 und eine Trefferquote auf die Doppel von 60 Prozent. Der Sonntagnachmittag bescherte Smith eine harten Prüfung gegen Ricardo Pietreczko. Erst ganz am Ende des Spiels konnte er ein Leg gegen den Wurf holen, um sich am Ende mit 6:4 durchzusetzen. Damit verwehrte er dem Deutschen ein Weiterkommen vor heimischem Publikum.
Auch das Viertelfinale war für den 37-Jährige herausfordernd - er besiegte Michael van Gerwen erst in einem nervenaufreibenden Entscheidungsleg obwohl er im Schnitt sieben Punkte weniger hatte als der hochdekorierte Niederländer. Danach stürmte Smith durch sein Halbfinale gegen Cameron Menzies und schlug den Schotten - der zum ersten Mal in diesem Jahr auf der European Tour im Halbfinale stand - ohne Legverlust und zog ins Finale gegen Searle ein. Dort erspielte er sich rasch eine 3:1-Führung - das vierte Leg holte er sich gegen den Wurf und baute so seine Führung aus. Searle antwortete und holte sich sofort zwei Legs zurück, bevor Smith unaufhaltsam davonzog. Er gewann fünf der nächsten sechs Legs und sicherte sich damit im fünften Anlauf seinen ersten Titel auf der European Tour.

"Ich bin so glücklich darüber, endlich einen Titel gewonnen zu haben", erklärte Smith, der seine vier vorherigen Finale auf der European Tour alle verloren hatte. "Es nagt an einem; man fragt sich immer wieder, ob man jemals einen Titel [auf der European Tour] gewinnen wird. Ja, endlich! Ich habe einen Players Championship Titel, einen European Tour Titel und ein Major gewonnen - das war für meine Mutter und meinen Vater!"
Smith, der 2022 die European Championship mit einem Finalsieg über Michael Smith gewann, erläuterte seinen großen Wunsch, auch auf der European Tour zu gewinnen. "Es tut weh, Ryan war brillant; er ist ein wirklich guter Freund, und wenn man nicht gewinnt, tut das weh. Man möchte sich nicht ständig so fühlen, man versucht, sich selbst anzutreiben, und hält sich vor Augen, dass man sich nicht noch einmal so fühlen möchte. Ryan wird noch jede Menge dieser Titel gewinnen. Er ist Ryan Searle, er ist fantastisch. Im Finale hat er mich auf jeden Fall davonkommen lassen."

Searle, der in diesem Jahr bereits ein Players Championship gewonnen hat, kam in Riesa - bei seinem ersten Finale auf der European Tour seit September 2024 - nicht über die Ziellinie.

"Meine Doppel waren dicht dran, aber eben nicht drin - aber so etwas passiert eben manchmal!" gestand der Zweitplatzierte. "Ich glaube, ich habe mein Pulver bereits im Halbfinale gegen [Rob] Cross verschossen; im Finale war ich dann etwas kraftlos."

Searle startete am Samstag mit einem 6:3-Sieg über den jungen Shootingstar Charlie Manby in das Turnier, bevor er in der Nachmittagssession am Sonntag gegen Kim Huybrechts nur ein einziges Leg abgab und den Belgier mit 6:1 besiegte. Der 38-Jährige fegte förmlich durch sein Viertelfinale gegen Gian van Veen, gewann fünf der letzten sechs Legs gegen den Premier-League-Star und zeigte anschließend im Halbfinale gegen Cross eine überragende Leistung.
Das Spiel war sehr ausgeglichen, Cross traf im Verlauf des Matches vier High-Finishs von über 100 Punkten - darunter ein 164 Finish, gefolgt von einem 170 Checkout, mit dem er zum 6:6 ausglich. Dennoch war es Searle, der sich den Sieg und damit den Einzug ins Finale sicherte, mit einem fantastischen 130 Checkout auf dem Bullseye schlug er den ehemaligen Weltmeister mit 7:6.

In den anderen Viertelfinals überstand Cross - der über die Reserve Liste ins Turnier gekommen war - drei Matchdarts gegen Ryan Joyce und entschied das Spiel schließlich im entscheidenden letzten Leg für sich, womit er seine Chancen auf eine Teilnahme am World Matchplay im Juli deutlich verbesserte. Menzies hingegen schlug James Wade - er holte einen 0:4-Rückstand auf, gewann sechs Legs in Folge und verwehrte Wade damit die Chance auf seinen ersten Titel auf der European Tour seit 2016.

Nach einem brillanten Turnierwochenende wird die Winamax European Tour 2026 mit den Baltic Sea Darts Open vom 29. bis 31. Mai fortgesetzt, bevor der Juni mit einem "Double-Header" der Players Championship in Milton Keynes beginnen wird.






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