Während es in jedem Jahr zahlreiche Debütanten auf den Bühnen der UK Open gibt, gibt es im Teilnehmerfeld tatsächlich aber auch einen Spieler, der seit der ersten Auflage 2003 dabei ist und einen, der seit den zweiten UK Open jedes Jahr bei den UK Open dabei war - Brendan Dolan qualifizierte sich tatsächlich bereits für die allerersten UK Open, James Wade ist seit 2004 in jedem Jahr dabei.

Auch wenn Dolan in diesem Jahr bereits in seinem ersten Spiel an Ricky Evans scheiterte, waren die UK Open doch immer wieder ein "gutes" Turnier für den Iren, der mehrmals die Top 32, die Top 16 und einmal - 2014 - das Viertelfinale erreichte. Der zehn Jahre jüngerer James Wade war noch deutlich erfolgreicher - drei Mal konnte er das Turnier gewinnen und im letzten Jahr stand er eher überraschend im Finale. Sein erstes Spiel überstand er in diesem Jahr knapp - er schlug Chris Dobey, der über weite Strecken vorne gelegen war, ganz knapp in typischer Wade Manier mit 10:9.
Aber zurück zum ersten Tag der UK Open 2026.

Der erste Tag der UK Open ist erfahrungsgemäß immer ein langer und ziemlich anstrengender Tag, da man zwischen drei unterschiedlichen Austragungsorten hin und her wechseln muss und insgesamt vier Turnierrunden gespielt werden. Bei Butlin's wird immer um diese Jahreszeit umgebaut und renoviert und so sind in diesem Jahr die sechs Nebenbühnen nicht im Centre Stage untergebracht, sondern im Studio 36, wo vor ein paar Jahren auch schon mal die Nebenbühne stand. Im Studio 36 ist es nicht ganz so beengt wie in Centre Stage, da aber die Bühnen 3-8 am ersten Tag immer besonders gefragt sind, wo es dort auch in diesem Jahr sehr voll und - warum kann ich nicht sagen - auch wesentlich lauter als sonst. Die Zuschauer sind wirklich sehr dicht dran und man hört jeden Zwischenruf an jedem der Boards - für viele Spieler keine einfache Situation und es ist sicher nicht ganz leicht konzentriert zu bleiben.
Der erste Tag brachte viele gute Spiele mit sich, sogar einen Neun-Darter von Danny Noppert in der vierten Runde. Es gab auch viele enge Spiele und die ein oder andere Überraschung - zum Beispiel das frühe Ausscheiden von Beau Greaves gegen Darryl Pilgrim. Manche Überraschungen waren tatsächlich auch positiv - wie das ordentliche Abschneiden der deutschen Spieler, von denen vier am 2. Turniertag noch dabei sein werden, oder auch, dass Peter Wright endlich wieder einmal zwei solide Spiele nacheinander ablieferte und er jetzt in Runde fünf auf den gesundheitlich etwas angeschlagenen Danny Noppert treffen wird. Was aber leider in diesem Jahr ganz fehlt, war ein Außenseiter, der als Publikumsliebling gefeiert wird und auch am 2., vielleicht auch am dritten Turniertag noch immer dabei ist. Kai Gotthardt ist der einzige Spieler, der in Runde 1 begonnen hat und am Ende des ersten Tages noch im Turnier ist - man kann aber nicht sagen, dass er sich in die Herzen der Zuschauer gespielt hat. Auch Pilgrim, Oskar Lukasiak und Dominik Gruellich, die allesamt in Runde zwei begonnen haben und die einzigen sind, die aus dieser Runde noch am zweiten Tag dabei sind, taugen nicht wirklich zum Publikums-Liebling - Lukasiak und Gruellich schon auf Grund ihres Spieltempos nicht. Am ehesten könnte noch Pilgrim sich in die Herzen der Fans spielen, wobei er sich wohl gegen Jonny Clayton in Runde 5 nur geringe Chancen ausrechnen wird.

21 der 32 Spieler, die am Ende des ersten Tages noch im Turnier sind, sind Top 32 Spieler, sieben davon spielen in der diesjährigen Premier League.Lediglich fünf Spieler, die das Turnier in der ersten Runde begonnen hatten, erreichten die vierte Runde - Benjamin Pratnemer, Scott Campbell, Tom Sykes, Niall Culleton und Alexander Merckx.
Pratnemer ist der erste slowenische Tour Card Inhaber, die er sich nach mehreren Anläufen dieses Jahr bei der Q School sichern konnte. Sehr erfolgreich war er auf der Tour bisher noch nicht, dass er sich bei den UK Open in die vierte Runde spielte, war sein bisher größter Erfolg. Auch Tom Sykes hat sich Anfang des Jahres eine Tour Card geholt, er steht im World Ranking einige Plätze vor Pratnemer. Er war schon letztes Jahr bei den UK Open dabei. Sykes hatte sich letztes Jahr über einen der UK Open Qualifikationen der PDC dafür qualifiziert und war dann in der dritten Runde von William O'Connor geschlagen worden. Auch der Ire Niall Culleton ist einer der neuen Tour Card Inhaber. Auf der Pro Tour hat er bisher noch nicht viel erreicht, hier bei den UK Open hat er gut gespielt, aber Dominik Gruellich konnte ihn mit 10:8 in der vierten Runde schlagen.

Ebenfalls ein neuer Tour Card Inhaber ist der Niederländer Alexander Merckx, der einige WDF Turnier gewonnen hat und in der PDC kein Unbekannter ist, da er bereits auf der Challenge Tour unterwegs war und sich über sie auch für die PDC Weltmeisterschaft 2024/25 qualifizierte. Im letzten Jahr schied er bei den UK Open in der zweiten Runde aus, dieses Jahr erreichte er die vierte Runde. Scott Campbell hingegen ist UK Open Debütant, hat sich über den Challenge Tour Order of Merit qualifiziert und er ist auch dieses Jahr wieder auf der Challenge Tour unterwegs, spielt aber auch WDF Turniere und stand in diesem Jahr in den Halbfinalen der Scottish Open. Campbell hatte in der ersten Runde ein Freilos, da sein Gegner Danny van Trijp aus persönlichen Gründen kurzfristig abgesagt hatte.
Bisher haben sich die Zuschauer nicht auf einen Lieblingsspieler eingeschossen und nach dem ersten Tag des Turniers ist auch vollkommen offen, wer den Titel gewinnen könnte, wobei sich Titelverteidiger Luke Littler sehr stark präsentierte und es sicher eine Herausforderung sein dürfte ihn zu schlagen. Aus langjähriger UK Open Erfahrung kann ich aber sagen, dass durch die Auslosung nach jeder Runde Überraschungen nicht ausgeschlossen werden können - es warten also noch zwei spannende Tage auf uns.