World Matchplay 2026

Der letzte Tag des World Matchplay
Der letzte Tag des World Matchplays war ein in Blackpool kühler, windiger und feuchter Tag, der mit dem Women's World Matchplay begann und mit dem Finale des World Matchplays endete.

Das Women's World Matchplay war ein gutes und spannendes Turnier, das Finale des World Matchplay war zwar ein Spiel auf sehr hohem Niveau, aber nicht wirklich spannend. Gemeinsam war beiden Turnieren, dass sie mit dem Sieg der Favoritin bzw. des Favoriten endete.

Für die fünfte Auflage des Women's World Matchplay hatten sich wieder acht Frauen qualifiziert - fünf Engländerinnen, eine Waliserin, eine Finnin und eine Schwedin. Ein kleines bisschen international war es also. wenn auch England eindeutig in der Überzahl war. Es war von vornherein klar, dass die Siegerin aus England kommen würde, genau wie alle bisherigen Siegerinnen, und die Wahrscheinlichkeit war hoch, dass es sich um Beau Greaves oder Fallon Sherrock handeln würde.

Beau Greaves konnte am Ende zum dritten Mal den Titel holen, aber ganz einfach war es für sie nicht. Kirsi Viinikainen konnte sie in den Viertelfinalen noch problemlos mit 5:1 schlagen, sie spielte einfach zu gut. Aber bereits in den Halbfinalen gegen Gemma Hayter wurde deutlich, dass Greaves zwar gut scorte - in dritten Leg hatte sie sogar die Chance auf einen Neun-Darter, aber bei den Doppeln war einfach der Wurm drin während ihre Gegnerin Gemma Hayter auf den Doppeln ziemlich sicher war. Greaves gewann mit 5:4 und zog ins Finale ein, wo sie wieder einmal auf Fallon Sherrock traf.

Das Finale war sehr ausgeglichen - sowohl vom Scoring als auch von der mangelnden Treffsicherheit auf den Doppeln. Sherrock hatte im Spiel zuvor gegen Titelverteidigerin Lisa Ashton noch eine Trefferquote von über 60 Prozent gehabt, die im Finale auf 33 Prozent sank. Greaves gewann das Finale genauso knapp wie das Halbfinale mit 6:5 und wird wieder beim Grand Slam und bei der Weltmeisterschaft auf der Bühne stehen, während Sherrock zum zweiten Mal in Folge etwas unglücklich im Finale verlor, aber eindeutig wieder in aufsteigender Form ist.
Am sichersten auf ihren Doppeln allerdings war Debütantin Vicky Pruim mit einer 66,67 Prozent Doppelquote. Sie fing ihr Viertelfinale gegen Gemma Hayter sehr gut an, ließ dann aber ziemlich nach und verlor schließlich mit 4:5. Trotzdem war ich von ihrer Leistung positiv überrascht. Ohnehin zeigten die Spielerinnen im Turnier fast alle eindrucksvolle Vorstellungen.


Und damit war nur noch das Finale des World Matchplay zu spielen, ein Finale, über dass es viele Geschichten gibt- angefangen mit einem amerikanischen Sieger beim ersten Turnier, Larry Butler, über epische Spiele, wie das Finale 2018, das mit 21:19 für Gary Anderson endete (gegen Mensur Suljovic) bis hin zu Phil Taylors sechzehn World Matchplay Titeln.
In diesem Jahr sahen wir wenig überraschend ein ziemlich einseitiges und eher kurzes Finale, in dem Luke Littler sehr viele sehr gute Legs spielte und ein paar unglaubliche und das, obwohl auch sein Gegner Gerwyn Price eine durchaus starke Vorstellung ablieferte. Littler spielte eine Zeit lang einen Durchschnitt von über 116 - da hätte tatsächlich im Augenblick kein Spieler standhalten können.
Irgendwann wirkte dann aber auch Littler etwas müde und machte ein paar Fehler, ließ ein paar Doppel aus. Aber zu diesem Zeitpunkt war auch Price nicht mehr taufrisch und konnte diese schwächere Phase seines Gegners nicht mehr nutzen - Price verlor mit 9:18 trotz seines Durchschnitts von fast 105. Vielleicht hätte er ein paar mehr Legs holen können, aber eine Chance zu gewinnen hatte er an diesem Abend gegen Littler nicht.

Das Finale war ziemlich schnell vorbei und es war auch erstaunlich, wie schnell sich der Emperess Ballroom nach dem Ende des Spiels lehrte. Dafür hatten sich jede Menge Fans vor dem Spielereingang der Winter Gardens versammelt, in der Hoffnung noch einen Blick auf Littler werfen zu können oder vielleicht ein Autogramm zu bekommen.

Ich kämpfte mich durch und machte mich zum letzten Mal in diesem Jahr auf meinen Rückweg in meine Unterkunft. Ich denke, insgesamt war es ein gutes Turnier mit überraschenden Ergebnissen, tollen Leistungen und dramatischen Spielen, wobei das Finale eines der weniger interessanten Spiele war. Es wird einem aber wegen der unglaublichen Legs von Littler in Erinnerung bleiben.










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