Vier Viertelfinale und eine Debütantin
Die Viertelfinale wurden an zwei Abenden ausgetragen und die einzigen beteiligten Spieler, die nicht aus dem United Kingdom kamen, waren die beiden Niederländer Dirk van Duijvenbode und Gian van Veen. Van Duijvenbode war davon der einzige ungesetzte Spieler.

Bei einem der Viertelfinale war von vornherein klar, wer gewinnen würde. Luke Littler hatte einfach bisher im Turnier viel zu gut gespielt, als dass Josh Rock für ihn eine Gefahr sein würde. Und so war es dann auch - es wurde ein reichlich einseitiges Spiel und Rock war noch dazu nicht in der Lage, die wenigen Chance, die Littler ihm ließ, zu nutzen. Dabei spielte der Nordire eigentlich ein gutes Spiel, aber ein paar Mal ließen ihn einfach seine Doppel in Stich. Bis zum 5:5 konnte er sogar mithalten. Danach zog Littler unaufhaltsam davon und Rock konnte nur noch zwei weitere Legs gewinnen
Die anderen drei Viertelfinale waren nicht so eindeutig und es gab auch vorher keine eindeutigen Favoriten. Am ehesten hätte ich noch van Veen als Sieger gesehen, der durch seinen Sieg über Wessel Nijman sicherlich einiges an Selbstvertrauen gewonnen hatte. Aber er trat gegen James Wade an, der seine Spiele immer auf eine ihm eigene Weise angeht und gewinnt.

Am ersten der beiden Viertelfinal-Abende standen neben Luke Littler und Josh Rock auch noch Gary Anderson und Dirk van Duijvenbode am Oche. Anderson hatte bisher eindrucksvoll gespielt und van Duijvenbode hatte zwei Tie-Break Spiele erfolgreich hinter sich gebracht. Anderson wirkte schon beim Walk-On nicht so konzentriert, wie vor seinen ersten beiden Spielen und über weite Teile des Spiels hatte van Duijvenbode keine Probleme, den Schotten in Zaum zu halten - zum Missfallen der Zuschauer. Als es 14:6 für den Niederländer stand, änderte sich plötzlich die Einstellung Andersons und er gewann Leg auf Leg, was ihm offensichtlich Spaß machte, möglicherweise auch seinem Gegner und deutlich spürbar auch dem Publikum. Um das Spiel zu gewinnen, reichte es für Anderson nicht mehr, aber er schien mit seiner 13:16 Niederlage doch einigermaßen versöhnt zu sein und hatte wieder einmal allen vor Augen geführt, was für ein fantastischer Dartspieler er ist.
Die beiden Spiele am zweiten Viertelfinal-Abend waren beide relativ ausgeglichen. Der Abend begann mit dem Viertelfinale zwischen Gerwyn Price und Ross Smith. Price kontrollierte das Spiel von Anfang an und Ross jagte die ganze Zeit hinter ihm her. Erst als Price schon mit 12:8 vorne lag und sich bei ihm ein paar Fehler einschlichen, kam auch Ross ins Spiel und konnte zum 12:12 ausgleichen. Price reagierte, wurde wieder etwas besser und sicherte sich die letzten vier Legs zum 16:12 Sieg.

Im letzten Viertelfinale kamen dann noch James Wade und Gian van Veen auf die Bühne und es entwickelte sich ein
enges, aber auch ein bisschen seltsames Spiel. Ähnlich wie bei Anderson hatte ich auch bei Wade das Gefühl
während des Walk-Ons, dass er nicht so wirklich wild auf dieses Spiel war und obwohl er das ganze Spiel über
den besseren Durchschnitt spielte, war er nicht wirklich bei der Sache. Und so kam es, wie es kommen musste -
van Veen führte mit 9:6 und später mit 11:7. Dann startete Wade doch noch ein spätes Comeback, traf auch ein paar
gute Finishs, aber insgesamt war es zu wenig und zu spät und van Veen gewann trotz seines nicht so tollen Scorings
mit 16:13 und zog in sein erstes World Matchplay Halbfinale ein. Gegen einen entschlossenen Price wird er aber auf
jeden Fall besser spielen müssen...

Und damit kommen wir zu unserem Debütanten, der eine Debütantin ist! Bisher gab es beim Women's World Matchplay
jedes Jahr mindestens eine Debütantin - es ist ja noch ein recht junges Turnier. Auch in diesem Jahr wird eine
Spielerin auf der Bühne stehen, die sich bisher noch nicht für das Women's World Matchplay hatte qualifizieren
können - Deta Hedman. Es kommt einem etwas merkwürdig vor, wenn man Hedman als Debütantin bezeichnet, schließlich
ist sie inzwischen 66 Jahre alt. Aber am Women's World Matchplay hat sie tatsächlich noch nie teilgenommen, was
auch daran lieg, dass sie ein paar Jahre nicht auf der Women's Series gespielt hat.
Hedman ist wahrscheinlich nicht mehr ganz so stark einzuschätzen wie noch vor ein paar Jahren, was aber nicht heißt, dass sie bei ihrem Debüt in den Winter Gardens chancenlos ist - schließlich hat sie sich im letzten Jahr erstmals den Weltmeistertitel bei der WDF Women's World Championship gesichert. Sie wird ihr erstes Spiel beim Women's World Matchplay gegen Fallon Sherrock bestreiten, die zwar gerade auch nicht so stark zu schein sein wie noch vor ein paar Jahren, aber wahrscheinlich auch Dank ihrer Erfahrung bei diesem Turnier doch zu stark für Hedman sein wird. Andererseits spielt Hedman immer noch sehr viele Turniere des WDF Circuit und ist weiter die Nummer 1 der Frauen im WDF Ranking.
Im Women's Series Ranking steht sie im Augenblick auf Platz 6 während Sherrock auf dem 3. Platz steht.