Die Erste Runde

Die erste Runde des World Matchplay stand noch ein bisschen im Schatten der Fußball Weltmeisterschaft und der Zeitplan stand erst fest, nachdem sicher war, dass England nicht ins Finale kommen würde. So begann Titelverteidiger Luke Littler dann doch sein Turnier am ersten Abend und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er den Titel verteidigen will und kann - zumindest nachdem er sich in Fahrt gespielt hatte und seinem Gegner, dem Debütanten Niko Springer, keine Chance mehr gelassen hatte.
Wie alle anderen Debütanten in diesem Jahr zeigte auch Springer eine gute Leistung - schied aber wie alle anderen Debütanten bereits in der ersten Runde auch wieder aus dem Turnier aus.
Es war aber nicht nur Littler, der in der ersten Runde beeindruckte, herausragende Leistungen kamen auch von Nathan Aspinall, Gary Anderson und Ross Smith, die als Sieger aus ihren Spielen hervorgingen, sowie Kevin Doets, der gegen Smith verlor aber dabei einen Durchschnitt von über 104 spielte und damit der beste "Verlierer" war.
Überwiegend waren es die gesetzten Spieler, die die Spiele gewannen. Die Ausnahmen waren Danny Noppert, Chris Dobey und Luke Humphries und bei den letzten beiden fragte man sich, wie es den möglich war, dass sie die Spiele verloren, denn beide waren rein statistisch gesehen in ihren Spielen um einiges besser als die Gegner.

Humphries war bereits mit 3:8 hinten gelegen, bevor es ihm gelang vier Legs in Folge zu gewinnen und seinen Rückstand zu verkürzen, aber dann warf sein Gegner Cameron Menzies erst ein 98 Finish und dann ein 170 Finish zum Sieg. Auch ein Spieler vom Kaliber Luke Humphries kann einen so großen Rückstand nur schwer wieder wettmachen, schon gar nicht wenn sein Gegner einen solch guten Tag hat wie Menzies. Dobey hingegen hatte gegen Dirk van Duijvenbode eindeutig zu viele Probleme seine Doppel zu treffen, was der Niederländer prompt bestrafte. Und Noppert spielte einfach nicht gut genug, um Cross sehr viel entgegensetzten zu können.
Die Top 16 der Welt erwiesen sich in diesem Jahr also als erstaunlich stabil, was aber auch dazu führte, dass die Ergebnisse ziemlich vorhersehbar waren. Luke Humphries Ausscheiden war bei weitem der größte Aufreger der ersten Runde.

Gleich am ersten Turnierabend gab es ein Spiel, das im Sudden Death Leg endete - Stephen Bunting konnte Niel Zonneveld einfach nicht abschütteln - auch im Tie-Break nicht - und gewann aber am Ende mit 13:12. Price gegen Schindler und van Duijvenbode gegen Dobey gingen in die Verlängerung, die Price bzw. Duijvenbode gewannen.
Insgesamt war das Niveau der ersten Runde ordentlich bis hoch, lediglich Andrew Gilding und Luke Woodhouse spielten einen Durchschnitt von unter 90, was vor allem bei Luke Woodhouse etwas überraschend war. Aber es war auch im ersten Spiel des Turniers und Woodhouse scheint sich auf der Bühne in Blackpool nicht so recht wohl zu fühlen.
Die beiden deutschen Teilnehmer schieden zwar in der ersten Runde gleich wieder aus, aber immerhin konnte Springer Littler doch eine ganz Weile Paroli bieten und Schindler war über weite Strecken des Spiels bis Price Fahrt aufnahm kam eindeutig der bessere Spieler. In der Verlängerung konnte Schindler dann leider nicht mehr mithalten und die deutschen Spieler müssen weiter auf einen Sieg beim World Matchplay warten. Den letzten deutschen Sieg erzielte Gabriel Clemens 2020 gegen Rob Cross - das ist jetzt doch schon wieder eine Weile her.
Bilder mit freundlicher Genehmigung der PDC