European Championship 2026 - Bericht Finaltag
SMITH GEWINNT ZUM ZWEITEN MAL EUROPEAN CHAMPIONSHIP
Ross Smith hat die European Championship 2026 gewonnen, nachdem er Martin Schindler am Sonntag im Finale in Dortmund mit 11:8 besiegte.

Für Smith - der vor vier Jahren in Dortmund seinen ersten Premier Titel gewann - ist dies der zweite Triumph in der Westfalenhalle. Er zeigte ein herausragendes Turnier, das er mit seinem Sieg über Schindler im Finale krönte.
Nachdem die ersten vier Legs mit dem Wurf gewonnen worden waren, sicherte sich Smith sechs Legs in Folge und zog auf eine dominante 8:2-Führung davon - es fehlten ihm nur noch drei Legs zum deutlichen Sieg. Aber Schindler kämpfte sich zurück, gewann vier Legs in Folge unter anderem mit Checkouts von 116 und 127 Punkten und verkürzte den Rückstand auf 9:6 - was eine bemerkenswerte Aufholjagd drohte. Smith blieb jedoch ruhig, holte sich das nächste Leg mit dem Wurf und war nur noch ein Leg vom Sieg entfernt. Danach verwandelte er seinen fünften Matchdart und sicherte sich damit den Titel.

"Diesen Pokal in den Händen zu halten und ein weiteres Major-Turnier zu gewinnen - ich bin einfach überglücklich", sagte Smith, der bereits im September die World Series of Darts Finals für sich entscheiden konnte. "Vor der letzten Pause war ich ein bisschen nervös. Martin gab einfach nicht nach, oder? Großes Lob an ihn. Ich habe schon oft auf dem Circuit gegen Martin gespielt und er ist fantastisch. Er ist auch ein wirklich netter Kerl, aber es ist so schwer, gegen ihn zu spielen. Er ist ein Kämpfer." Ich konzentriere mich einfach immer nur auf das aktuelle Spiel. Jede Spiel, das ich spiele, ist für mich ein Finale. Ich bin begeistert, ein weiteres Major-Turnier gewonnen zu haben - dieser Sieg ist für meine Mutter und meinen Vater!"

Smith, der als Nummer eins gesetzt war, begann seinen Weg zum Sieg am Donnerstag mit einem hart erkämpften 6:4-Sieg gegen Karel Sedlacek, bevor er am Samstag Damon Heta mit 10:7 bezwang. Anschließend spielte der 37-Jährige gegen Luke Woodhouse einen Durchschnitt von 107 und gewann die Partie mit 10:6, obwohl sein Gegner ebenfalls einen Durchschnitt von über 103 und eine Checkout-Quote von 60 Prozent hatte.
Der Sieger der World Series Finals setzte sich unter den Letzten Vier mit 11:7 gegen Gerwyn Price durch. Nachdem er einen 1:4-Rückstand aufgeholt hatte, erreichte er das dritte TV-Finale seiner Karriere - und wahrte dort seine hundertprozentige Erfolgsquote in großen Finalspielen, indem er den Lokalmatadoren Schindler besiegte.
Smith reiht sich damit neben Michael van Gerwen, Phil Taylor, Rob Cross und Peter Wright in die Reihe der mehrfachen European Championship-Sieger ein. Er sicherte sich das Preisgeld von 150.000 Pfund sowie seinen dritten Premier Titel und rückte in der Weltrangliste auf den sechsten Platz auf.

"Es ist schon seltsam, ich glaube nicht, dass ich diese Woche großartig gespielt habe", erklärte Smith, der als erster an Nummer eins gesetzter Spieler seit 2017 die European Championship gewann. "Gegen Luke Woodhouse habe ich wirklich gut gespielt; ich glaube, viele Gegner haben es mir auch eher leicht gemacht - aber manchmal muss man eben auch hässlich gewinnen Ich bin stolz darauf, dass es mir gelungen ist, man muss wirklich alles aus sich herausholen. Man muss hart kämpfen, und das habe ich an diesem Wochenende getan. Ich werde einfach so weitermachen. Ich liebe den Dartsport und genieße es, vor einem so fantastischen Publikum zu spielen. Die Zuschauer waren so respektvoll - sie waren heute einfach großartig!"

Auch wenn Schindler den ersten Premier Titel knapp verpasste, schrieb er Geschichte - als erster Deutscher erreichte er bei der European Championship auf heimischem Boden ein im Fernsehen übertragenes Finale.
Schindler startete am Freitag mit einem Sieg im angespannten Entscheidungslag gegen den an Nummer zwei gesetzten Wessel Nijman in das Turnier, bevor er Jermaine Wattimena mit 10:4 beiseite fegte und unter die letzten Acht einzog.
Die deutsche Nummer eins zeigte eine atemberaubende Leistung mit der er Jonny Clayton mit 10:1 deklassierte - Schindler spielte einen Durchschnitt von über 103, verfehlte nur fünf Darts auf die Doppel und ließ seinem Gegner - der Nummer fünf der Welt - im gesamten Spiel lediglich zwei Versuche auf ein Doppelfeld. Der ehemalige World Youth Championship Zweite setzte sich im Halbfinale gegen Krzysztof Ratajski durch, dabei er wehrte ein spätes Comeback der polnischen Nummer eins ab, gewann mit 11:6 und zog ins Finale ein. Obwohl er sich Finale geschlagen geben musste, sicherte sich Schindler durch den zweiten Platz die Qualifikation für den Grand Slam of Darts und steht nach einem starken Turnier auf Platz 20 der Weltrangliste.
"Als ich vor zehn Jahren mit dem Dartsport anfing, habe ich gar nichts erwartet - und jetzt stand ich in einem Major-Finale", gestand ein sichtlich bewegter Schindler, der als Nummer 31 gesetzt ins Turnier in Dortmund gegangen war, für das er sich erst beim letzten European-Tour-Event des Jahres qualifiziert hatte. "Ich habe alles versucht, um zu gewinnen, aber ein großes Lob an Ross - er hat gut gespielt. Ich habe zwar verloren, bin aber trotzdem sehr glücklich - wirklich! Und ich bin jetzt beim Grand Slam dabei. Das ist wahrscheinlich das Beste daran! Das Publikum hat mich durchgehend unterstützt, das weiß ich sehr zu schätzen. Danke, Dortmund!"

Ratajski warf die Nummer 1 der Welt Luke Littler aus dem Turnier und erreichte damit erstmals seit 2021 wieder ein Halbfinale bei einem Premier Turnier erreicht, dazu wehrte er ein Comeback des Weltmeisters ab und siegte mit 10:6.
Im anderen Viertelfinale besiegte Price seinen Kontrahenten Stephen Bunting problemlos mit 10:3. Mit einem Durchschnitt von über 103 nutzte er dabei konsequent die Probleme des ehemaligen Masters Siegers auf den Doppeln aus.









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