ÜBERRAGENDER LITTLER ZIEHT IN DORTMUND IN FINALTAG EIN
Luke Littler erzielte den zweithöchsten Average in der Geschichte der European Championship und setzte damit seinen Siegeszug in Dortmund fort, während Titelverteidiger Gian van Veen - ein weiterer großer Name -sich in der Westfalenhalle geschlagen geben musste.

Nachdem er bereits am Freitag die beste Leistung der ersten Runde gezeigt hatte, knüpfte Littler auf deutschem Boden nahtlos an seine herausragende Form an - mit einem Durchschnitt von 114,47 holte er sich einen beeindruckenden 10:5-Sieg gegen Nathan Aspinall.
Der Weltmeister stürmte aus dem Startblöcken und gewann vier Legs in Folge in 12, 11, 12 und 11 Darts - mit einem Durchschnitt von zeitweise über 130.
Aspinall, der bei seiner Niederlage zehn Maxima warf, kämpfte sich stark zurück und verkürzte den Rückstand auf 5:4. Doch ein gnadenloser Littler holte sich die Kontrolle zurück und sicherte sich den Einzug unter die Letzten Acht.
"Ich habe mich heute Abend von Anfang an wirklich gut gefühlt", gab Littler zu, der am Turnierrekord von Phil Taylor (von 118,14) kratzte.
"Nathan ist immer da. Er wird immer zurückkommen, also durfte ich mir keine Schwäche erlauben.
Ich habe zwischendurch immer mal auf die Anzeige geschaut - einmal lag mein Durchschnitt bei 121, dann bei 117 -, da habe ich mir gesagt: ,Mach einfach weiter.
Ich hatte eine lange Pause, und die letzten Ergebnisse liefen nicht nach Wunsch. Aber hoffentlich kann ich am Ende die Trophäe holen - beweisen, dass ich noch voll da bin!"
Die European Championship ist der einzige Premier Titel, der Littler noch fehlt. In den Viertelfinalen am Sonntagnachmittag trifft die Nummer 1 der Welt auf Krzysztof Ratajski. Ratajski kämpfte sich nach Rückständen von 0:4 und 6:8 zurück und verwehrte Kevin Doets damit den Einzug in sein erstes im Fernsehen übertragenes Viertelfinale. Dabei warf er sieben Maxima und spielte einen Durchschnitt von knapp 97 Punkten.

Luke Woodhouse setzte sein herausragendes Wochenende in Dortmund fort - auf seinen Neundarter am Donnerstag folgte nun ein souveräner 10:6-Sieg gegen Titelverteidiger Van Veen.
Durch das Ausscheiden von Van Veen ist Ross Smith der einzige ehemalige Champion, der noch im Turnier ist. Woodhouse wird nun im Viertelfinalduell auf den Sieger von 2022 treffen.
"Im Viertelfinale zu stehen, ist ein Riesenerfolg", erklärte Woodhouse, der Checkouts von 114, 117 und 129 Punkten spielte, um die niederländische Nummer eins zu besiegen.
"Wenn jemand von Gians Klasse nicht seine Bestform abruft, muss man sofort zuschlagen und dafür sorgen, dass er nicht wieder ins Spiel zurückfindet.
Ich habe sehr konstant gespielt und meine Chancen genutzt - aber morgen wartet schon die nächste große Herausforderung auf mich."
Der an Nummer eins gesetzte Smith wehrte ein beherztes Comeback von Damon Heta ab und hielt damit seinen Traum von einem zweiten Europameistertitel am Leben - er gewann er mit 10:7.
Smith präsentierte sich zu Beginn des Spiels in überlegener Form, mit einem Durchschnitt von 112 stürmte er zum fünf Legs Vorsprung. In der Schlussphase kurzzeitig Probleme mit seinen Doppeln ließ sich aber nicht beirren und bleibt damit auf Kurs für seinen zweiten TV-Titel im Jahr 2026.

Die deutsche Nummer eins, Martin Schindler, begeisterte das heimische Publikum mit seinem Sieg über Jermaine Wattimena und sicherte sich ein Viertelfinal-Duell gegen Jonny Clayton.
Angefeuert von mehr als 7.000 Fans in der Westfalenhalle, verwandelte Schindler 53 Prozent seiner Würfe auf die Doppel und feierte einen souveränen 10:4-Sieg gegen Wattimena, den Finalisten von 2024.
"Das hat mir definitiv Spaß gemacht", sagte Schindler, der damit zum dritten Mal in seiner Karriere das Viertelfinale eines im Fernsehen übertragenen Ranglistenturniers erreicht hat.
"Ich versuche immer, die Energie, die mir die Fans geben, aufzunehmen. Es ist natürlich großartig, vor heimischem Publikum zu spielen, aber man muss trotzdem solide Darts zeigen.
Dieses Jahr war bisher sehr seltsam für mich. Ich habe eigentlich gar nicht schlecht gespielt, aber trotzdem verloren. Aber hier und jetzt stehe ich zum ersten Mal unter den Letzten Acht, und ich habe das Gefühl, dass ich besser spiele."
Jonny Clayton zauberte ein für ihn typisches 121 Finish auf dem Bullseye und sicherte sich damit einen 10:8-Sieg gegen Josh Rock, der nach einem 6:9-Rückstand eine dramatischen Aufholjagd begonnen hatte.
Gerwyn Price und Stephen Bunting treffen ebenfalls morgen Nachmittag aufeinander, nachdem sie Dank ihrer beeindruckenden Trefferquote auf die Doppel ihre jeweiligen Gegner Cameron Menzies und Kim Huybrechts aus dem Turnier warfen.
Price glänzte bei seinem deutlichen 10:4-Erfolg gegen Menzies mit drei Checkouts von über 100 Punkten und entschied sieben der letzten acht Legs für sich - ein Beweis für seine starke Form. Auch Bunting war auf dem äußeren Ring treffsicher und verwandelte Checkouts von 100, 108, 116 und 121 Punkten und zog zum ersten Mal seit 2014 in die Viertelfinale der European Championship ein.
Die European Championship 2026 findet am Sonntag in Dortmund ihren krönenden Abschluss, die verbliebenen acht Spieler kämpfen um das auf 150.000 Pfund erhöhte Preisgeld für den Sieger.
Die Viertelfinale finden am Sonntagnachmittag statt, gefolgt von den Halbfinalspielen und dem Finale, die ab 19:00 Uhr ausgetragen werden.